Online Casinos Deutschland

Lange Zeit waren die Online Casinos Deutschland das Paradebeispiel für einen undurchsichtigen Sportwettenmarkt. Zahlreiche Gesetzesänderungen und politische Konferenzen verwirrten nicht nur Sportwettenanbieter, sondern auch deren Kunden. Sind Sportwetten in Deutschland nun legal oder nicht? Nach Jahren der politischen Uneinigkeit scheint nun aber der Durchbruch geschafft. Übereinstimmenden Meldungen zufolge sei der nunmehr dritte Glücksspielstaatsvertrag endlich ausgearbeitet – und das mit erfreulichem Ergebnis. Denn ab 2020 sollen alle privaten Wettanbieter und Online-Casinos-Deutschland auch 2019 eine Konzession erhalten, sofern sie festgelegte Standards einhalten.

Ball mit Bundesligalogo auf Fußballplatz.
Wettanbieter sind im deutschen Fußball mittlerweile etabliert und sponsern sogar hochrangige Bundesligavereine wie den FC Bayern München. Bildquelle: moinzon / Pixabay

Streit vorbei – dritter Glücksspielstaatsvertrag kurz vor Unterschrift!

16 Bundesländer streiten seit Jahren, welchen Weg Deutschland gehen soll, wenn es um die Frage geht: Liberalisierung des deutschen Sportwettenmarktes, ja oder nein? Nach dem ersten und zweiten Glücksspielstaatsvertrag, dem Sonderweg Schleswig-Holsteins, undurchsichtigen Konzessionsvergaben, Rechtsstreitigkeiten, Konferenzen und inoffizieller Duldung dürfte das Leben in der rechtlichen Grauzone für private Sportwettenanbieter in Deutschland nun endlich ein Ende haben.

Zeit wird dies allemal, denn Wetten werden immer professioneller und im Schnitt werden hierzulande fünf Millionen Sportwetten pro Tag abgegeben, die meisten davon – wenig überraschend – auf Fußballspiele. Auch dies dürfte ein Grund sein, warum in den höchsten deutschen Spielklassen bereits seit einiger Zeit Wettanbieter als Sponsoren mitmischen. Selbst die Deutsche Fußball Liga (DFL) kooperiert mit einem großen österreichischen Sportwettenanbieter.

Da scheint es nun der richtige Zeitpunkt, dass auch die Politik nachzieht und die gesetzliche Grundlage schafft, damit Sportwettenanbieter und auch deren Kunden endlich auf der sicheren Seite sind. Denn bisher wurden viele Wettanbieter zwar geduldet, zahlten sogar Steuern, waren häufig aufgrund fehlender Konzessionen aber prinzipiell nicht berechtigt, ihr Wettportfolio an deutsche Kunden heranzutragen.

Jetzt soll damit aber endgültig Schluss sein. Nach jüngsten Meldungen liegt der dritte Glücksspielstaatsvertrag unterschriftsreif im Aktenordner. Am 21. März soll dann Nägel mit Köpfen gemacht werden. Dann nämlich treffen sich alle 16 Ministerpräsidenten zur Konferenz, die vor allem ein Ziel hat: die Neuordnung des deutschen Glücksspielmarktes.

Liberalisierung verspricht horrende Steuereinnahmen

Doch was hat sich nun genau geändert? Fakt ist, dass bereits im Jahr 2011 eine Einigung erzielt worden war. Damals sollte das staatliche Sportwettenmonopol durch Oddset aufgelöst und der Markt liberalisiert werden. Vorerst wollte man aber lediglich 20 privaten Anbietern eine Sportwettenkonzession erteilen. Doch der Andrang war groß. Insgesamt bewarben sich 73 Anbieter für die 20 Lizenzen.

Aufgrund eines mehr als undurchsichtigen Vergabeverfahrens und weil vor allem auch große Namen der Branche auf der Strecke blieben, folgten zahlreiche juristische Streitigkeiten. Das Verfahren kam somit nie zum Abschluss. Seither agieren Sportwettenanbieter in Deutschland mehr oder weniger auf einem unregulierten Markt. Selbst der Europäische Gerichtshof bestätigte – etwas salopp formuliert – den Unternehmen Narrenfreiheit, solange Deutschland keine rechtsverbindlichen Konzessionen erteile.

Für Deutschland ist eine professionelle Struktur auf den Sportwettenmarkt jedoch immens wichtig. Immerhin setzten Sportfans in Deutschland im vorletzten Jahr mehr als sieben Milliarden Euro auf ihre Lieblingsmannschaften. Sobald alle Rechtsstreitigkeiten abgewendet sind, dürfte diese Zahl weiter steigen. Dem Fiskus dürften somit lukrative Steuereinnahmen bevorstehen, auf die selbstverständlich kein Bundesland länger warten möchte als nötig.

Konzession für alle – jedoch auch klare Regeln

Der dritte Glücksspielstaatsvertrag wird den deutschen Sportwettenmarkt endgültig liberalisieren und keine Obergrenze mehr für Konzessionen festlegen. Mit anderen Worten: Prinzipiell kann jeder Anbieter von Deutschland eine Sportwettenlizenz erhalten. Dass hierfür aber sehr klar umrissene Standards eingehalten werden müssen, dürfte klar sein, denn weiterhin betonen Politiker, dass es ihnen vor allem um Spielerschutz und Suchtprävention gehe.

Die wichtigsten Regeln des dritten Glücksspielstaatsvertrags im Überblick

  • Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die sicherstellen, dass sich keine Jugendlichen registrieren können.
  • Spieler, die im Monat mehr als 1.000 Euro auf Sportwetten setzen möchten, müssen gestoppt und überprüft werden.
  • Live-Wetten auf die nächste Gelbe Karte oder den nächsten Einwurf sind strikt untersagt.
  • Sportwettenanbieter dürfen auf ihrer Webseite nicht auf Angebote von Online-Casinos-Deutschland verweisen.

Unternehmen wie der österreichische Wettanbieter und Bayern-Sponsor Tipico kündigte bereits an, sich um eine Lizenz in Deutschland bewerben zu wollen und zeigte zudem Bereitschaft, das eigene Angebot nach den Vorgaben des neuen Glücksspielstaatsvertrags ändern zu wollen. Was dies allerdings konkret heißen könnte, ist noch nicht klar. Sicher ist aber, dass die derzeit noch offensichtlichen Casino-Verlinkungen auf der eigenen Homepage sicherlich auf der deutschen Webseite verschwinden müssten.

”Tipico bewirbt sich um eine bundesweite Sportwetten-Konzession. Wie genau sich das Angebot im Falle einer Erteilung verändert, hängt von den Lizenzbedingungen und vom Wettbewerberumfeld ab.“Ein Pressesprecher des Wettanbieters Tipico

Noch zwei Jahre bis zur endgültigen Liberalisierung?

Trotz der bevorstehenden vertraglichen Einigung der deutschen Bundesländer sind aber noch längst nicht alle Streitpunkte geklärt. Insbesondere die Frage, wie die Regulierung ohne Kontrollorgan funktionieren soll, steht noch immer im Raum und dürfte ein zentraler Diskussionspunkt am 21. März sein. Denn klar ist, dass es am 01. Januar 2020 noch keine staatliche Regulierungs- bzw. Kontrollbehörde für Sportwetten in Deutschland geben wird. Und wenn es sie gibt, muss geklärt werden, ob diese auf Bundes- oder Landesebene tätig sein wird.

Ebenso bedeutet der neue Vertrag noch keine Einigung beim Streitthema Online-Casino, das auf einem gänzlich anderen Blatt geschrieben steht. Hier ist eine Einigung noch längst nicht in Sicht, obwohl dieser Bereich aus rein finanzieller Sicht sogar noch interessanter ist. In Online-Casinos wurden in Deutschland 2017 satte 47 Milliarden Euro umgesetzt, das ist fast das Siebenfache des Sportwettenmarktes.

Derzeit sieht es auch ganz danach aus, dass Schleswig-Holstein wieder einen Sonderweg einschlagen wird. Zumindest Online-Poker soll genehmigt werden, was bei vielen Politikern auf Ablehnung stößt. Dass also auch hier bald Einigung wie im Sportwettensektor erzielt wird, ist eher nicht zu erwarten.