Online-Casinos in Deutschland am Ende ? Schleswig-Holstein-Lizenzen verfallen!

Der Branche der Online-Casinos steht ein Wandel bevor. Einerseits sind die ersten Schleswig-Holstein Lizenzen in diesem Monat ausgelaufen. Dann können sich die virtuellen Spielbanken nicht mehr auf eine deutsche Konzession berufen. Andererseits soll im kommenden Jahr die Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrages erfolgen. Im Gespräch ist hierbei ebenfalls eine Lockerung der Gesetze. Denn derzeit sind Online-Casinos eigentlich untersagt.

Die in der Bundesrepublik tätigen Anbieter berufen sich hinsichtlich ihres Betriebs daher entweder auf die auslaufenden Konzessionen des Bundeslandes Schleswig-Holstein oder auf die EU-Dienstleistungsfreiheit.

Doch noch in diesem Jahr verfällt ein Argument. Die ersten Casino-Lizenzen von Schleswig-Holstein sind schon ausgelaufen. Auf der Homepage heißt es jetzt bei diversen Anbietern, dass „derzeit kein Angebot auf Grundlage dieser Lizenz“ stattfindet. Gleichwohl ist dort aufgeführt, welche Firmen-Namen sich hinter den bekannten Casinos verbergen. Doch steht die Casino-Branche in Deutschland, zumindest im World Wide Web, wirklich vor dem Aus?

Wohin führt der Weg der Online-Casinos ohne Schleswig-Holstein Lizenz?

Während sich praktisch die gesamte Bundesrepublik gegen die Lizenzvergabe bei Sportwetten und Casinos aussprach, ging Schleswig-Holstein einen mutigen Weg. Im Jahr 2011 beschloss das Bundesland Konzessionen auszustellen. Gleichwohl fand dieses Vorhaben im Zuge der Weigerung statt, dem Glücksspielstaatsvertrag beizutreten. Einige Konzessionen haben noch ihre Gültigkeit, andere sind am 18. und 19. Dezember 2018 abgelaufen. Und Schleswig-Holstein ist inzwischen dem Staatsvertrag beigetreten. Eine Verlängerung der Erlaubnisse ist daher nicht möglich. Die Vergabe im Jahr 2012 wurde nicht nur mit der Einnahme von Geldern für das Land begründet. Auch die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Sicherheit des Kunden innerhalb eines Online-Casinos waren Argumente, welche für eine Lizenzierung sprachen. Gerade der Spielerschutz ist in einem reglementierten Umfeld eher gewährleistet, als im Schwarzmarkt. Und daher würden sich die Spieler flüchten, sollte es an Erlaubnissen fehlen – so die Argumentation.

Tatsächlich hat sich in den vergangenen Jahren bereits ein Trend abgezeichnet. Ende des Jahres 2017 schlossen einige Merkur-Casinos ihre Pforten. Denn die Gauselmann-Gruppe konnte sich nur auf ihre Konzession in Schleswig-Holstein berufen. Gleichwohl stand diese Erlaubnis mit dem Beitritt des Bundeslandes zum Glücksspielstaatsvertrag in Frage. Auch in diesem Jahr setzt sich dieser Prozess zum Jahresende fort. So sind beim Merkur-Spielcasino derzeit folgende Sätze zu lesen: „Sehr geehrter Kunde, unsere Seite merkur-spielcasino.de ist ab 18.12.2018 nicht mehr verfügbar. Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte unter support@merkur-spielcasino.de. Vielen Dank für ihr Vertrauen als Kunde!“ Doch ein „Casino-Sterben“ im großen Stil ist wohl nicht zu befürchten.

Wie lange noch? Diese Frage stellen sich wohl alle Glücksspielanbieter in Deutschland, die auf eine Lösung warten. Die Ministerpräsidenten scheinen sich bei der Neuausrichtung des Glücksspielstaatsvertrages noch nicht einig zu sein.

Warum müssen in Deutschland nicht alle Casinos schließen?

Macht Schleswig-Holstein wieder sein eigenes Ding?

Das Merkur-Spielcasino konnte sich nur auf seine Schleswig-Holstein Lizenz berufen. Anders sieht es jedoch bei Electra Works Limited oder DrückGlück aus. Bei beiden Anbietern ist die Konzession ebenfalls abgelaufen. Doch die Unternehmen haben sich ebenfalls eine Erlaubnis von der Malta Gaming Authority gesichert. Damit verfügen sich noch über eine EU-Lizenz und berufen sich auf die europaweit gültige Dienstleistungsfreiheit. Diese Casinos laufen in Deutschland dann jedoch in einer Grauzone. Denn laut Deutschem Gesetz sind sie eigentlich untersagt. Erst die Neuauflage des Glücksspielstaatsvertrages könnte das Blatt wieder wenden. Übrigens wurde der Sonderweg von Schleswig-Holstein bei der Lizenzvergabe im Jahr 2014 vom Europäischen Gerichtshof bestätigt.

Doch nicht alle Konzessionen von Schleswig-Holstein laufen im Dezember des Jahres 2018 aus. Einige Lizenzen wurden erst 2013 vergeben. Diese laufen also noch bis ins Jahr 2019 hinein. Wunderino ist wohl der bekannteste Name, der betroffenen Spielbanken. Bislang ist jedoch völlig offen, wie sich diese Spielcasinos verhalten werden. Warten sie ab, ob es mit dem neuen Gesetz vorangeht? Oder gehen dort vorläufig ebenfalls die Lichter aus? In diesem Fall würde wohl eine ähnliche Meldung wie beim Merkur-Spielcasino zu sehen sein. Da Wunderino ebenfalls bei der Malta Gaming Authority gemeldet ist, ist es jedoch wahrscheinlich, dass der Anbieter aktiv bleibt.

Neue Lizenzen: Auf eine erneute Lizenzvergabe, am besten bundesweit, arbeitet Schleswig-Holstein derzeit hin. Ein weiterer Alleingang ist natürlich nicht prinzipiell auszuschließen. Dies hängt jedoch davon ab, wie der Glücksspielstaatsvertrag letztlich ausgestaltet werden soll.

Wann fällt die Entscheidung über das neue Glücksspielgesetz?

Mit dem Glücksspiel in Deutschland muss es immer etwas komplizierter laufen. So trat der erste Glücksspielstaatsvertrag 2008 in Kraft. Dieser lief jedoch mit Ende des Jahres 2011 ab. Erst ein halbes Jahr nach Ablauf erlangte der Erste Glücksspieländerungsstaatsvertrag seine Gültigkeit. Bereits 2018 sollte der Zweite Änderungsstaatsvertrag kommen. Doch damit ist jetzt nicht mehr zu rechnen. Somit liegen die Hoffnungen der Spieler, die gerne legal in Deutschland online spielen möchten und der Anbieter auf dem Jahr 2019.

Die Ministerpräsidentenkonferenz findet vier Mal im Jahr statt. Doch dass es bislang noch nicht zur Umsetzung des Staatsvertrages gekommen ist, mag an der fehlenden Einigkeit liegen. Einige Bundesländer, darunter erneut Schleswig-Holstein, wollen das Online-Glücksspiel in Deutschland liberaler gestalten. Dies würde zu mehr Konzessionen und zur Erlaubnis von Online-Casinos im deutschen Gesetz führen. Andere Bundesländer möchten lieber an den Verboten festhalten und diese rigoroser umsetzen. Daher ist bislang noch unbekannt, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.

Novoline und Merkur spiele werden weiterhin im Novoline Online Casino dem Ares angeboten auch für spieler aus Deutschland, dort bewegt man sich jedoch in einer Grauzone welche derzeit noch geduldet wird.

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Betsoft erschließt neue Online Casino Märkte in Osteuropa

Spieleentwickler Betsoft Gaming hat ein Abkommen mit dem Online-Casino Plattformanbieter SoftGamings geschlossen, um sein Spielangebot im Osten Europas weiter auszubauen. Das strategische Abkommen über die Verbreitung von Inhalten umfasst alle Spiele aus der Serie Slots3, zu der neben bereits bestehenden, auch neuentwickelte Titel hinzugefügt werden sollen. Die Kooperation wurde Mitte Dezember bekanntgegeben. Welche Länder genau das Abkommen umfasst, wurde nicht genannt. Auch weitere Details wie beispielsweise, wann die ersten Titel in den neu erschlossenen Märkten starten, blieben unbekannt.

Der Spieleentwickler Betsoft Gaming expandiert nach Osteuropa.

Valetta, Malta – Um seine Spiele in Zukunft auch in weiteren osteuropäischen Staaten zu vermarkten, hat der in Malta ansässige Spieleentwickler Betsoft Gaming LTD ein strategisches Abkommen über die Verbreitung von Inhalten mit dem Plattformanbieter SoftGamings geschlossen. Dies gab Betsoft Mitte des Monats in einer Pressemitteilung bekannt.

Abkommen umfasst Online-Spiele 2019

Ziel des Abkommens ist es, alle Titel der Slots3 Serie in verschiedenen osteuropäischen Staaten in die Casinos und Online Casinos zu bringen. Welche Länder genau gemeint sind, gab das Unternehmen nicht bekannt. Betsoft hatte laut eigenen Angaben erst im Sommer dieses Jahres eine Lizenz der rumänischen Glücksspielbehörde erhalten.

Unter dem Titel Slots3 fasst Betsoft einige seiner Spiele zu einer Produktreihe zusammen. Bezeichnend für die Serie sind vor Allem 3D Grafiken und Animationen und die breite Ausrichtung der Thematik auf eine möglichst große Zielgruppe. Die Spielserie umfasst außerdem Arcade Spiele, die durch ihre Spielgeschwindigkeit und hohen potentiellen Gewinne Spielerinnen und Spielern viel Spannung und Anbietern hohe Erträge versprechen sollen. Bei Slots3 handelt es sich jedoch um kein abgeschlossenes Projekt. Laut der Ankündigung sollen noch weitere Spiele folgen.

SoftGamings als Vertriebspartner mit Erfahrung ausgewählt

Partner SoftGamings ist ein Plattformanbieter mit Hauptsitz in der lettischen Hauptstadt Riga. Das Unternehmen erarbeitet schlüsselfertige Softwarelösungen für Online Casino Betreiber. In der Plattform, die zum Produktportfolio von SoftGamings gehört, können die Spiele verschiedenster Hersteller zu einem individuellen Online Casino zusammengefügt werden. Casino Betreiber müssen sich dann nicht mehr um die Zulassung der einzelnen Spiele in dem jeweiligen Land kümmern. Nach eigenen Angaben zählt das Unternehmen mittlerweile 100 Kunden, die diese Plattform nutzen.

“Wie auch Casinos, die auf mehreren Märkten agieren, ist SoftGamings ständig auf der Suche nach den besten Inhalten, die die Industrie zu bieten hat und die auf den relevanten Märkten bereits zugelassen und betriebsbereit sind. Mit einem der stärksten Angebote von herkömmlichen Automatenspielen, Tischspielen und neuen Innovationen, das in mehr als 15 Ländern zugelassen ist, genügt Betsoft allen von SoftGamings gestellten Anforderungen.“

Annamaria Anastasi, Marketing Director bei Betsoft

SoftGamings startete 2007 als kleiner Reseller und konnte in etwas mehr als zehn Jahren ein beachtliches Geschäft mit über 60 Vollzeitbeschäftigten aufbauen. Weitere von SoftGamings unter Vertrag genommene Spieleentwickler sind Branchengrößen wie NetEnt, Evolution Gaming, Quickspin, Microgaming, Pragmatic Play, Yggdrasil und viele mehr.

Betsoft auf Expansionskurs

Betsoft Gaming bietet seine Spiele und Backoffice Lösung Casino Manager momentan bereits in 15 verschiedenen Staaten – inklusive Italien, Deutschland und Rumänien – an. Nach Angaben des Unternehmens ist jede Partnerschaft, die man bei Betsoft eingeht, eine langfristige Zusage im Laufe der Zeit auch neue Inhalte zu integrieren. Das Entwicklerstudio wurde 2006 gegründet und ist seitdem auf Expansionskurs. Derzeit zählen etwa 190 auf Zufallsgeneratoren basierte Spiele zum Angebot. In den Jahren 2011 bis 2018 fokussierte sich das Entwicklerstudio vermehrt auf den mobilen Spielemarkt mit seiner Plattform ToGo. In einem Kommentar seitens SoftGamings zeigt man sich ebenfalls erfreut über den neugewonnenen Geschäftspartner.

“Unserer Einschätzung zufolge ist Betsoft einer der erfolgreichsten Anbieter in der Branche. Wir sind begeistert, dass wir ihre Spiele von filmischer Qualität unserem Portfolio hinzufügen können und wir freuen uns auf die Stärkung unserer Partnerschaft, von der wir uns noch mehr wertvolle Inhalte in der Zukunft versprechen.

Svetlana Gasel, Head of Partnerships bei SoftGamings

Die angekündigte Expansion von Betsoft Gaming bezieht sich nicht nur auf die geographische Dimension. So sieht das Entwicklerstudio nach eigenen Angaben auch Geschäftsmöglichkeiten in der 2016 initiierten Umstellung von Flash zur Programmiersprache HTML5. Zur Slots3 Serie gehören unter anderem die Spiele Boomanji, SlotFather, Mad Scientist, Under The Bed, After Night Falls und 2 Million BC.

DACH-Region 2019 :Glücksspiel wächst und wächst!

DACH-Region 2019 :Glücksspiel wächst und wächst!

In der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) hat sich in den letzten Jahren ein Milliardenmarkt rund um das Glücksspiel entwickelt. Neben zahlreichen Spielbanken, die sich direkt vor Ort ansiedeln, setzt aber vor allem der Online-Markt Jahr für Jahr neun- bis zehnstellige Beträge um. Der Glücksspielmarkt unterscheidet sich von Land zu Land. Mit weiterem Wachstum ist dennoch zu rechnen.

Roulette ist in der DACH-Region sehr beliebt, trotzdem gibt es rechtliche Hürden für Anbieter.

Online-Glücksspiel in Deutschland 2019: Der Markt wächst

Der deutsche Glücksspielmarkt ist, was die Zahlen anbelangt, relativ übersichtlich und strukturiert. Dies gilt für das Glücksspiel in hiesigen Spielbanken. Denn Statistiken lassen sich von jedermann über den Deutschen Spielbankenverband abrufen. Demzufolge soll es in Deutschland derzeit neun öffentlich-rechtlich geführte Spielbanken mit staatlicher Konzession geben, und das an insgesamt 53 Standorten.

Hinzu gesellen sich weitere neun privat geführte Spielbanken, die ebenfalls vom Staat lizenziert sind. Somit teilt sich die Spielbankenlandschaft in Deutschland auf insgesamt 62 Standorte auf. Eigentlich sind dies gute Voraussetzungen, doch seit circa zehn Jahren sinken die Umsatzzahlen. Vergleicht man die Zahlen von 2007 und 2017, sank der Bruttospielertrag um satte 34 Prozent.

  • Laut Jahresreport der Glücksspielaufsichtsbehörden der deutschen Bundesländer wurden 2016 insgesamt 13,4 Mrd. Euro umgesetzt.
  • 81 Prozent der Bruttospielerträge fallen auf den regulierten Glücksspielsektor.
  • 18 Prozent der Bruttospielerträge wurden auf dem unregulierten Markt umgesetzt.
  • 577 Mio. Euro generierten deutsche Spielbanken.

Auf dem Online-Markt hingegen lag 2015 der Bruttospielertrag bei 2,1 Mrd. Euro. Noch kann also nicht, wie oft behauptet, gesagt werden, dass Online-Casinos stationäre Spielbanken in Deutschland gänzlich verdrängt hätten. Zumindest der Trend deutet aber auf eine derartige Entwicklung.

Bislang ist Schleswig-Holstein noch das einzige deutsche Bundesland, das Konzessionen an Online-Casinos vergibt. Somit ist das Online Casino Spielen legal in Deutschland, allerdings nur nicht einheitlich reguliert. Um eine einheitliche Regulierung zu schaffen und Steuerverluste zu vermeiden, dürfte eine Liberalisierung des deutschen Glücksspielmarktes in Zukunft unvermeidbar sein.

Was ist der Glücksspielstaatsvertrag?

In Deutschland regelt der sogenannte Glücksspielstaatsvertrag aus dem Jahr 2008 die Rahmenbedingungen für Glücksspiel-Angebote. Ursprünglich sollte der Vertrag einheitliche Regelungen für alle 16 Bundesländer festlegen.
Im Vertrag sind wesentliche Grundzüge zur Organisation von Glücksspiel in Deutschland festgesetzt, beispielsweise die Verpflichtung zum Spielerschutz, aber auch das Glücksspielmonopol von Bund bzw. Länder wird ausdrücklich erwähnt.
Nach einem Entscheid des Europäischen Gerichtshofs im Jahr 2010 musste der Glücksspielstaatsvertrag aber geändert werden, da er gegen liberalere EU-Richtlinien verstieß. Hieraus hervorgegangen ist der aktuelle Glücksspieländerungsvertrag, der von allen Bundesländern außer Schleswig-Holstein unterzeichnet wurde. Seither vergibt ausschließlich das norddeutsche Bundesland Lizenzen an private Online-Glücksspielanbieter.

Glücksspiel in Österreich: Online-Markt auf dem Vormarsch

In Österreich ist die Situation für Glücksspiel-Anbieter ähnlich wie in Deutschland komplex. Prinzipiell gibt es in der Alpenrepublik lediglich einen einzigen staatlich lizenzierten Online-Anbieter, dessen Umsätze aber den Unternehmenszahlen zufolge nur einen geringen Anteil am gesamten Bruttospielertrag der Glücksspielbranche in Österreich haben.

  • Laut der Marktstudie „Glücksspiel und Sportwetten in Österreich“ wuchs der Glücksspielmarkt in Österreich 2017 um vier Prozent.
  • Insgesamt wurden im Jahr 2017 insgesamt 1,675 Mrd. Euro umgesetzt.
  • Das größte Wachstum verzeichneten Online-Glücksspielangebote; von 2016 auf 2017 stiegen die Bruttospielerträge um 11,4 Prozent auf 283 Mio. Euro an.
  • Der Marktanteil von Online-Glücksspielangeboten in Österreich liegt mittlerweile bei knapp 17 Prozent.

Stattdessen wird ein Großteil der Umsätze von Online-Glücksspiel-Anbietern generiert, die gänzlich ohne österreichische Glücksspiellizenz agieren. Laut oben genannter Studie entfällt auf zehn dieser Anbieter ein Online-Marktanteil von 85 Prozent.  Trotzdem wächst der Online-Glücksspielmarkt weiter. Eine Gefahr für die stationären Spielbanken besteht aktuell aber noch nicht. In Österreich werden aktuell zwölf lizenzierte Spielbanken gezählt, die jährlich circa drei Millionen Gäste empfangen. Diese Zahl hält sich seit Jahren relativ konstant.

Glücksspiel in der Schweiz: Klare Regelungen seit 2018

Dagegen sieht die Situation in der Schweiz gänzlich anders aus. Bereits im Juni 2018 entschied sich die Mehrheit der Schweizer in einem Volksentscheid für eine Änderung des bislang gültigen Glücksspielgesetzes. Seither dürfen – stationär wie auch im Internet – ausschließlich noch Glücksspiel-Anbieter aus der Schweiz eine Konzession erhalten.

  • Laut Careplay.ch erwirtschafteten Schweizer Spielbanken 2016 umgerechnet circa 607 Mio. Euro.
  • Online-Casinos, die nicht aus der Schweiz stammten, konnten jährlich vor der Gesetzesänderung ungefähr 221 Mio. Euro umsetzen.

Allerdings unterliegt das Online-Angebot  einigen Beschränkungen. Denn im Internet sind Schweizer Online-Casinos nur willkommen, wenn sie auch eine stationäre Spielbank unterhalten. Reine Online-Casinos, auch wenn sie ihren Firmensitz in der Schweiz vorweisen können, sind grundsätzlich untersagt.

Stationäre Schweizer Spielbanken auf der anderen Seite begrüßen die aktuelle Regelung. Denn so sind nationale Spielbanken in der Schweiz im Vorteil gegenüber der Online-Konkurrenz. Da die obigen Zahlen belegen, dass Glücksspiel in der Schweiz allem Anschein nach nicht allzu beliebt scheint, dürfte eines der strengsten Glücksspielgesetze in Europa den heimischen Unternehmen und deren Belegschaft nachhaltig wirtschaftliche Sicherheit und Stabilität gewährleisten.

Online Spielen dank Künstlicher Intelligenz?

Online Spielen dank Künstlicher Intelligenz?

Künstliche Intelligenz (KI) wird sich auf fast alle Bereiche des menschlichen Lebens auswirken. Zahlreiche Branchen und Wirtschaftssektoren sind betroffen, darunter auch das Online-Glücksspiel. Unternehmen versuchen aktuell herauszufinden, wie und in welchem Ausmaß sich KI in ihren Bereichen einsetzen lässt. Wir betrachten nun einmal den Einfluss der KI auf das Online-Glücksspiel.

Frau und gerenderter Roboter blicken sich an, drumherum befinden sich Zahlen im Binärcode

Die Verschmelzung von Mensch und Maschine macht auch vor Online-Casinos nicht halt.(Bildquelle)

Vor mehr als 20 Jahren verlor der weltbekannte Schachmeister Garry Kasparov gegen den IBM Computer Deep Blue. In sechs Spielen konnte der Computer Kasparov mit 3,5 zu 2,5 besiegen. Damit wurde eine Zeit eingeläutet, in der die Künstliche Intelligenz nach und nach in unserer Gesellschaft immer wichtiger wurde und wird. Die Transformation der KI wirkt sich dementsprechend auch auf die Glücksspielindustrie sowie Online-Casinos aus.

Wie stark die KI sich seitdem weiterentwickelt hat, ist auch in der Glücksspielbranche erkennbar. Im Januar 2017 hat das Computerprogramm Libratus, das auf Künstlicher Intelligenz basiert, einige der besten Pokerspieler der Welt im Heads-up No Limit Hold’em Poker geschlagen. Die Gegner der KI waren:

  • Dong Kim
  • Daniel MacAulay
  • Jimmy Chou
  • Jason Les

Auf eine Sample Size von 120.000 Händen konnte Libratus mit einer Winrate von 14,7 Big Blind/100 Hände überzeugen. Das entspricht einer sehr hohen Winrate bei einer aussagekräftigen Sample-Size. Aber das ist nur der Anfang des Einflusses der KI auf das Glücksspiel. Auch die Funktionsweise von Casinos wird sich in Zukunft ändern.

Datenanalyse in Casinos soll Umsätze steigern

Einen elementaren Punkt stellt dabei die Analyse des Spielerverhaltens dar. Bereits seit Jahren und Jahrzehnten werden nicht nur in Online-Casinos, sondern auch bei stationären Spielbanken die Gewohnheiten der Spieler ausgewertet. Mit Clubkarten und Treueprogrammen in Kombination mit computergestützten Datenbanksystemen versuchen die Casinos herauszufinden, warum Kunden bestimmte Spiele auswählen, das Spiel wechseln oder mit dem Spielen aufhören.

Über die Daten lassen sich verschiedene Trends erkennen. Beispielsweise können die Casinos schlussfolgern, welche Elemente eines Spiels die Beliebtheit steigern oder wie die Anordnung der Tische im Saal die Auswahl der Spieler beeinflusst. Die Anbieter sammeln und analysieren die Daten, um Spieler langfristig zu binden und die Gewinne zu maximieren. Die Kunden können dabei die Vorteile eines individuelleren Spielerlebnisses oder großzügiger Werbeangebote genießen.

KI-unterstützte Online-Casinos immer häufiger vorzufinden

Die Möglichkeiten im Online-Glücksspiel sind ungleich höher. Nicht nur ein geringer Prozentsatz der Spieler, die Kundenbindungsprogramme und Clubkarten nutzen, können analysiert werden, sondern alle Spieler. Die Aktivitäten der Kunden von Online-Casinos können basierend auf ihren Benutzerkonten verfolgt und analysiert werden.

In Kombination mit einer KI werden dadurch neue Wege sowohl für die Kunden als auch für die Anbieter geebnet. In Zukunft wird eine noch bessere Benutzerfreundlichkeit vorhanden sein, da man als Online-Spieler das Casino virtuell betreten kann. Das Innere des Online-Casinos ist dabei auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden zugeschnitten.

Das System kennt die Lieblingsspiele und offeriert diese auch leicht zugänglich – mit nur einem Klick. Im Vergleich zu einem stationären Casino gewinnt das Online-Casino damit in den Punkten Komfort, Zugänglichkeit und Vertrautheit.

Verbesserter Kundenservice dank KI

Die Künstliche Intelligenz wirkt sich zudem auch auf den Kundenservice aus. Im Vergleich zu den unpersönlichen Bots, die aktuell in einem Großteil der Support-Teams zum Einsatz kommen, werden in Zukunft deutlich bessere Systeme genutzt. Der intelligente Concierge wird nicht nur ausgereifter in der Kommunikation sein, sondern sich auch bestens mit den Präferenzen des Kunden auskennen.

Durch die Masse an gesammelten Daten, die die KI verarbeiten und nutzen kann, sind die Gewohnheiten des Kunden bekannt. In Kombination mit der Kundenkommunikation werden kundenorientierte Lösungen schneller geliefert, und diese sollten aufgrund der Analyse auch effizienter Probleme beheben. Die Vorteile von Chatbots im Kundenservice werden damit effizient ausgenutzt.

KI kann Spielsucht erkennen

In den letzten Jahren hat sich in der Glücksspielindustrie das Bewusstsein für Spielsucht verändert. Auch durch politische Maßnahmen und Lobbygruppen ausgelöst wird der Kampf gegen die Spielsucht besser denn je geführt. Viele Casinos, die an diesem Problem eigentlich verdienen, beteiligen sich ebenfalls an der Förderung von Präventionsmaßnahmen und helfen Spielern, die mit ihrer Sucht zu kämpfen haben.

Jedoch ist es natürlich besser, wenn die Anzeichen von Spielsucht früher erkannt werden, um Maßnahmen rechtzeitig in die Wege zu leiten. Hier kommt die KI ins Spiel. Mittels der Analyse von spielerbezogenen Daten kann die KI problematisches Verhalten und Personen mit entsprechenden Mustern erkennen.

Das Casino wird in solchen Fällen von der Software benachrichtigt, das Benutzerkonto gesperrt und dem Spieler kann Hilfe angeboten werden, bevor es zu einem großen Problem mit der Spielsucht kommen kann.

KI zum Schutz für Casinos

Nicht nur die Spieler können durch eine richtig eingesetzte KI geschützt werden, sondern auch die Casinobetreiber. Die Fähigkeiten zur Datenanalyse und des eigenständigen Lernens der KI können dazu eingesetzt werden, um Spieler ausfindig zu machen, die betrügen.

Im Gegensatz zu stationären Casinos fällt es Online-Casinos schwerer, die Aktionen der Spieler zu beobachten. Zahlreiche Überwachungskameras und Sicherheitspersonal können bei Online-Spielern im Hause nicht eingesetzt werden. Kunden, die online spielen, können so Programme zur Wahrscheinlichkeitsberechnung oder ihre eigenen KI-Bots verwenden, um sich einen Vorteil gegenüber dem Casino zu verschaffen.

Nicht nur das Casino, auch die Spieler, die sich an die Regeln halten, würden davon profitieren, wenn Betrüger schnell erkannt und die Zugriffe verweigert werden. Wir können hier Ähnliches erwarten wie beim Katz- und Mausspiel der Cybersicherheit, bei dem Hacker und Verteidiger sich gegenseitig immer wieder überbieten.

Glücksspielindustrie wird dank KI individueller, sicherer und fairer

Durch den technologischen Fortschritt werden Online Casinos immer weiter an Beliebtheit gewinnen. Allein die Spiele mit Live Dealern sind bereits ein großer Fortschritt in Richtung reales Spielgefühl für die heimischen Online-Zocker gewesen. Früher haben wir uns an Online-Pokertischen mit 16-Bit-Grafik erfreut. Heute können wir einem menschlichen Dealer beim Austeilen der Karten zusehen.

Abgesehen von mehr Realitätstreue und einem immersiven Spielerlebnis werden Online Casinos durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz Quantensprünge in der Entwicklung machen. Das gilt sowohl für die Bereitstellung individueller Spieloberflächen als auch für die Benutzerfreundlichkeit.

Gleichzeitig werden die Betreiber den verantwortungsvollen Umgang mit dem Glücksspiel und den Kunden fördern. Als Spieler können wir uns somit auf ein individuelleres, sicheres und faires Glücksspiel freuen.

Ausnahmen für „alte Spielautomaten“ ist abgelaufen

Ausnahmen für „alte Spielautomaten“ ist abgelaufen

Nun ist es also so weit: Die Ausnahmeregelung für Novoline & Merkur-Magie Spielautomaten in Spielhallen und Gaststätten der „alten Bauart“ verliert am 10. November 2018 endgültig ihre Rechtsgültigkeit. Ab Mitte November gelten ausnahmslos die 6. und 7. Verordnung zur Änderung der Spielverordnung. Neue Verlust- und Gewinnobergrenzen zur Sicherstellung besserer Suchtprävention dürften für Spieler, Automatenbetreiber und auch den Staat spürbare – finanzielle – Folgen haben.

Ausnahmeregelung abgelaufen – Automatenbetreiber müssen reagieren

In Deutschland regelt die Spielverordnung (SpielV), wie Spielautomaten funktionieren müssen, an denen Geldgewinne möglich sind. Diese gibt verbindliche Vorgaben zur Bauart, Zulassung und Aufstellung von Spielgeräten in Spielhallen und Gaststätten. Sie legt auch Bestimmungen zur Programmierung der zugehörigen Spielesoftware fest. So sind beispielsweise Gewinn- und Verlustgrenzen, Spielpausen oder die Dauer einer einzelnen Spielrunde klar vorgeschrieben.

Seit Einführung der Spielverordnung wurden bereits zahlreiche Verordnungen zur schrittweisen Änderung des Gesetzestextes verabschiedet, meist mit dem Vorhaben, mehr Spielerschutz beim Glücksspiel sicherzustellen.

Die Verordnungsänderungen mussten allerdings nicht unmittelbar umgesetzt werden, sondern setzten eine Übergangsfrist fest, die den Betrieb aller Geldgewinn-Spielautomaten, die von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt vor dem 10. November 2014 zugelassen wurden, bis zum 10. November 2018 gestattet. Entsprechend der üblichen Abschreibungsdauer wurde die Übergangsfrist für die Aufstelldauer der Spielautomaten mit „alter Bauart“ auf vier Jahre festgelegt. Diese Frist läuft im November ab.

Ebenfalls ist mit dem Ende der Übergangsfrist eine grundlegende Modifizierung der Spielesoftware geregelt. Die neue Technische Richtlinie 5.0 (TR 5.0) hat die Automatenbetreiber zu einigen grundlegenden Veränderungen verpflichtet, die nun auch den Spieler während des Glücksspiels betreffen.

Gravierende Veränderungen der Spieloteken-Automaten

Die nach Ablauf der Übergangsfrist greifenden Regelveränderungen betreffen sowohl die maximale Gewinn- als auch Verlustfestlegung. Außerdem wird die Spielzeit neu geregelt. Die folgende Tabelle stellt die ab sofort gültigen Veränderungen den bis dato gültigen Vorgaben gegenüber.

KategorieBisherige Regelung (5. Verordnung zur Änderung der SpielV vom 01. Januar 2006)Neue Regelung (6. Verordnung zur Änderung der SpielV vom 11. November 2014)
VerlustobergrenzeInnerhalb einer Stunde darf der Gesamtaufwand (Einsätze abzüglich Gewinne) nicht höher als 80 Euro liegen.Innerhalb einer Stunde darf der Gesamtaufwand (Einsätze abzüglich Gewinne) nicht höher als 60 Euro liegen.
GewinnobergrenzeInnerhalb einer Stunde darf die maximale Gewinnsumme abzüglich der Einsätze 500 Euro betragen.Innerhalb einer Stunde darf die maximale Gewinnsumme abzüglich der Einsätze 400 Euro betragen.
Durchschnittlicher VerlustBei längerem Spiel darf der durchschnittliche Verlust die Grenze von 33 Euro nicht überschreiten.Bei längerem Spiel darf der durchschnittliche Verlust die Grenze von 20 Euro nicht überschreiten.
AuszahlungsquoteEs ist keine Auszahlungsquote durch die Spielverordnung vorgegeben. Spielesoftware und Spielverhalten beeinflussen die Auszahlungsquote maßgeblich.Es ist keine Auszahlungsquote durch die Spielverordnung vorgegeben. Spielesoftware und Spielverhalten beeinflussen die Auszahlungsquote maßgeblich.

Grundsätzliche Regelungen bleiben bestehen – Gastwirte mit Übergangsfrist

Der Zeitraum für den Geldeinsatz bleibt trotz vieler gravierender Gesetzesänderungen unverändert und beträgt weiterhin innerhalb von fünf Sekunden maximal 20 Cent innerhalb. Der Gewinn wird ebenfalls auf zwei Euro in fünf Sekunden begrenzt.

Der gesetzlich geregelte Mindestabstand zwischen einzelnen Spielautomaten sowie die Gesamtanzahl der Spielgeräte pro Konzession (maximal zwölf, in einigen Bundesländern sind es acht) bleiben ebenso bestehen. Spielhallen mit mehr als drei Spielautomaten unterliegen weiterhin dem Alkoholverbot. Die Überprüfung der Geräte erfolgt auch weiterhin durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt.

Gastronomiebetriebe dürfen zukünftig nur noch zwei Spielgeräte aufstellen. Auch dafür wurde aber eine Übergangsfrist bis zum 09. November 2019 eingeräumt. Bis dahin dürfen Gaststätten noch bis zu drei Spielautomaten anbieten. Ab dem 10. November 2019 sind Wirte dann auf zwei Spielgeräte beschränkt.

Weitere Gesetzesanpassungen könnten folgen

Die nun gänzlich in Kraft tretenden Änderungen der Spielverordnung durch die 6. und 7. Verordnung werden das Spielerlebnis an Geldgewinn-Spielautomaten in Spielhallen und Gaststätten massiv verändern und, ganz nach Vorstellung der Politik, den Spielerschutz ein großes Stück vorantreiben.

Dennoch sind auch zukünftig weitere Verordnungen zur Änderung der Spielverordnung zu erwarten. Der Staat steht hier allerdings vor dem Dilemma, dass mehr Spielerschutz weniger Steuereinnahmen bedeutet

Jährlich erzielt der Fiskus durch Automatenspiele 1,12 Mrd. Euro an Steuereinnahmen. Wie sich die Gesetzesänderungen auf die Steuererträge auswirken werden, bleibt abzuwarten. Sollten die Steuereinnahmen sinken, könnte der Staat auch einen Rückzieher machen und die Gesetze für Online Casinos 2019 wieder abmildern.